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KoopRPohl

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Added: October 01, 2007 This presentation is Public
Presentation Category :Entertainment
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Presentation Transcript

Slide1 : Erfahrungen mit der Modularisierung der Lehrerausbildung nach HLBG und UVO am Studienseminar für Gymnasien in Kassel Jürgen Pohl, Fachleiter für Mathematik In den vergangenen Jahren haben meine Kolleginnen und Kollegen und ich engagiert daran gearbeitet, die neue modularisierte Ausbildung an die Realitäten eines Flächenseminars und des Schulalltages anzupassen.


Slide2 : Warum wurde die bisherige Ausbildung aufgegeben? Bologna-Prozess, einheitliche Ausbildungsformen in Europa, Mobilität, Vergleichbarkeit ECTS Postulierte Mängel der bisherigen Ausbildung nach APVO: Beliebigkeit der Inhalte, „Jeder macht, was er will!“, „eheähnliche Verhältnisse“, zu starke Ausrichtung am Fach, fehlende Diagnose-, Beratungs-, Methoden- und Medienkompetenz, zu wenig Praxisnähe. Leider wurde das nie wissenschaftlich untersucht.


Slide3 : Übergang von der APVO-Ausbildung zur UVO-Ausbildung Bisherige Ausbildungsstruktur: Zweijährige Ausbildung gegliedert in Einführungs-, Differenzierungs-, Intensiv(I+II)- und Prüfungsphase Beginn jeweils Mai und November Ausbildung in zwei Fächern und in Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften Angebunden an eine oder zwei Ausbildungsschulen, Ausbildung „in der Fläche“ Schwerpunkt der Ausbildung in der Schule, Unterrichtsverpflichtung Am Ende: Zweites Staatsexamen mit 2 Lehrproben und mündlicher Prüfung (ggf. verteilt auf mehrere Tage) Grundlage waren die Pläne für die pädagogische Ausbildung…


Slide4 : Organisationsmodell im 2-jährigen Vorbereitungsdienst (Gymnasien) nach APVO (bis 2005) Studienseminar für Gymnasien in Kassel, Steuergruppe. 05.06.07 Einfüh-rungs- phase Intensivphase I Intensivphase II Prüfungsphase Zweite Staats- prüfung Differen-zierungs- phase Ausbildungsbereich Fach 1: Fachausbildung im ersten Fach: laufende Fachseminare und insgesamt 6 Unterrichtsbesuche Fortlaufende Beratung + Betreuung der Referendarinnen und Referendare Ausbildungsbereich Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften: allgemeinpädagogische Ausbildung: laufende (Schul-)Seminare und Unterrichtsbesuche in den Fächern Fortlaufende Beratung + Betreuung der Referendarinnen und Referendare Ausbildungsbereich Fach 2: Fachausbildung im zweiten Fach: laufende Fachseminare und insgesamt 6 Unterrichtsbesuche Fortlaufende Beratung + Betreuung der Referendarinnen und Referendare Ausbildungsbereich Schule: Hospitation, angeleiteter Unterricht und eigenverantwortlicher Unterricht des Referendars Fortlaufende Beratung + Betreuung durch E/G-Ausbilder, beide Fachausbilder und Schulleitung Der Schwerpunkt der Arbeit der Referendarinnen und Referendare liegt in der Schule 10 WSt. Hospitation. + angel. Unterricht. 12 WSt: 4-6 WSt Hosp. + ang. Unterr. und 6-8 WSt eig. Unterr. 16 WSt, 10-12 eig. Unterr. und 4-6 WSt Hosp. + ang. Unterr 16 WSt, 10-12 eig. Unterr. und 4-6 WSt Hosp. + ang. Unterr 10 WSt Hosp. + ang. Unterr., ggf. eig. Unterr. Nach der Prüfung: 10-12 WSt Unterricht oder Betreuung.


Slide5 : Übergang von der APVO-Ausbildung zur UVO-Ausbildung Neue Ausbildungsstruktur: Zweijährige Ausbildung gegliedert in Einführungs-, 1. und 2. Haupt- sowie Prüfungssemester Beginn jeweils Februar und August (Schuljahrsbeginn) Ausbildung in zwei Fächern und allgemeiner Pädagogik im Rahmen von Modulen (Kerncurriculum) Module = Ausbildungsveranstaltungen mit festgelegten Strukturen, 60 Stunden Workload, 2 ECTS Semesterorientierung, Festlegung der Module auf Semester Kompetenzen und Standards, später Indikatoren Festgelegte Leistungsanforderungen Laufende Bewertung Angebunden an eine oder zwei Ausbildungsschulen, Ausbildung „in der Fläche“ Schwerpunkt der Ausbildung in der Schule, Unterrichtsverpflichtung Am Ende: Zweites Staatsexamen mit schriftlicher Arbeit, zwei Lehrproben und mündlicher Prüfung (an einem Tag)


Slide6 : Binnenoptimiertes Strukturmodell zur Modularisierung im 2-jährigen Vorbereitungsdienst Studienseminar für Gymnasien in Kassel, Steuergruppe. 05.06.07 Einführungssemester Richtwert: 300 Zeitstunden Modul 6 – PMb 2 ECTS Modul im 1. Unterrichtsfach Modul 7 – PMb 2 ECTS Modul im 2. Unterrichtsfach 1. Hauptsemester Richtwert: 330 Zeitstunden Modul 11 – PMb 2 ECTS Modul im 1. Unterrichtsfach Modul 12 – PMb 2 ECTS Modul im 2. Unterrichtsfach 2. Hauptsemester Richtwert: 300 Zeitstunden Prüfungssemester Richtwert: 150 Zeitstunden Modul 13 – PMb (30 + 30 Std) – 2 ECTS Schule mitgestalten und entwickeln - mit/durch Schulleitung Modul 3 – PMb 2 ECTS Erziehen, Beraten, Betreuen Modul 14 – WPMb 2 ECTS Diagnostizieren, Fördern, Beurteilen Modul 10 – WPMb (30 + 30 Std) – 2 ECTS Methoden und Medien einsetzen Modul 5 – WPM – (30 Std.) - 1 ECTS Profilbildung Studienseminar Modul 8 – PMb 2 ECTS Diagnostizieren, Fördern, Beurteilen Modul 2 – PMb 2 ECTS Lernprozesse in den Unterrichtsfächern beobachten und … gestalten Modul 9 – WPMb 2 ECTS Erziehen, Beraten, Betreuen Modul 16 – WPM 2 ECTS Vorbereitung auf den Berufseinstieg Studienseminar Modul 15 – PMb 2 ECTS Lernprozesse in den Unterrichtsfächern professionell … gestalten Modul 1 – WPM 2 ECTS Einführung in Schule und Unterricht in den Fächern Studienseminar Vorbereitung auf Zweite Staatsprüfung: Vorbereitung der beiden Lehrproben, Vorbereitung der mündlichen Prüfung Zweite Staats- prüfung Modul - WPM – 2 ECTS (Schriftliche Arbeit) Ausgestaltung Studienseminar Ausbildungsbereich Fortlaufende Beratung + Betreuung der LiV – Portfolio (60 Stunden gesamt/30 Std/Halbjahr) Ausbildungsbereich Fortlaufende Beratung + Betreuung der LiV – Portfolio (60 Stunden gesamt/30 Std/Halbjahr) Modul 4 – WPM 30 Std. - 1 ECTS Einführung Methoden + Medien Studienseminar Ausbildungsbereich Schule: Hospitation, angeleiteter Unterricht und eigenverantwortlicher Unterricht des Referendars Der Schwerpunkt der Arbeit der Referendarinnen und Referendare liegt in der Schule 10 WSt. Hospitation + angel. Unterricht 16 WSt, 10-12 eig. Unterr. und 4-6 WSt Hosp. + angel. Unterr. 16 WSt, 10-12 eig. Unterr. und 4-6 WSt Hosp. + angel. Unterr. 12 WSt: 8 eig.Unterr. 4 Hosp. + ang. Unterr., Nach der Prüfung: Bis zu 12 WSt Unterr. oder Betreu. Arbeitszeit in Modulen: 1080 Std. Gesamtarbeitszeit im Unterricht: 2520 Std.


Slide7 : Bezugsrahmen zur Kompetenzorientierung Im Februar 2007 hat das AfL einen solchen Bezugsrahmen erstmals vorgestellt: Kompetenzen bezeichnen „die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemstellungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können“ (Weinert 2001, S. 27f.) Standards beziehen sich nach Lersch (2006, S. 31) und Terhart (2005, S. 277) auf den Ausprägungsgrad von Kompetenzen. Sie beschreiben Anforderungen an das Handeln von Personen, beziehen sich auf erworbene Kompetenzen und somit auf die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen, über die eine Person zur Bewältigung von Anforderungen verfügt (s. auch KMK, Standards für die Lehrerbildung). Veränderter Lernbegriff – Grundlagen: Auf der Grundlage eines humanistischen Menschenbildes ergibt sich in Auseinandersetzung mit Erkenntnissen der Neurophysiologie und Konzepten der konstruktivistischen Didaktik die Notwendigkeit der Veränderung des Lernbegriffs: Lernen ist ein aktiver, selbst konstruierter und selbst verantworteter Prozess, in dem die Person des Lerners im Mittelpunkt steht. Lernarrangements müssen also für die Lerner transparent sein hinsichtlich der Ziele, Methoden und Arbeitsformen; sie müssen auch berücksichtigen, dass Lernen als ein ganzheitlicher, emotionaler, beziehungsorientierter und selbstreflexiver Prozess aufzufassen ist im Sinne eines für den Lernenden selbst wahrnehmbaren Kompetenzaufbaus.


Definitionen: Kompetenzen, Standards und Indikatoren : Definitionen: Kompetenzen, Standards und Indikatoren Kompetenzen in der Lehrerbildung = professionelle Fähigkeiten von LiV zur Bewältigung beruflicher Anforderungen ►Was sollen die LiV können? Standards in der Lehrerbildung = Gesellschaftlich vereinbarte und maßstabsorientierte Kompetenzniveaus von LiV ► Was sollen die LiV auf welchem Niveau und orientiert an welchen Maßstäben können? Indikatoren in der Lehrerbildung = Beobachtbare Verhaltensweisen in Bezug auf das Kompetenzniveau einer LiV ► Woran kann das Können der LiV erkannt werden? Nach: AfL (Moegling 2 / 06)


Slide9 : Grundlage der Erarbeitung aller Module in den Fächern sind die KMK-Kompetenzen und Standards (Beschluss der KMK 16.12.2004) Beispielhaft der Kompetenzbereich: Unterrichten Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lehren und Lernen. Kompetenz 1: Lehrerinnen und Lehrer planen Unterricht fach- und sachgerecht und führen ihn sachlich und fachlich korrekt durch. Kompetenz 2: Lehrerinnen und Lehrer unterstützen durch die Gestaltung von Lernsituationen das Lernen von Schülerinnen und Schülern. Sie motivieren Schülerinnen und Schüler und befähigen sie, Zusammenhänge herzustellen und Gelerntes zu nutzen. Kompetenz 3: Lehrerinnen und Lehrer fördern die Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern zum selbstbestimmten Lernen und Arbeiten.


Slide10 : Positives Studienseminare sind in der Modularisierung angekommen Module schaffen Transparenz, Vergleichbarkeit, Gleichwertigkeit und Überprüfbarkeit von Inhalten und Anforderungen stärkere Kompetenz- und Praxisorientierung der Arbeit in den Modulen Transparenz über die Inhalte der Modulveranstaltungen. ABER: die z. T. divergierende Praxis von Ausbilderinnen und Ausbilder Modulkonferenzen des AfL: Erarbeitung der Module, Erfahrungsaustausch, inhaltliche und seminardidaktische Absprachen die Integration der Phasen bzw. Semester in den heterogenen Gruppen schulnahe Bank Kooperation mit dem Partnerseminar Fulda


Slide11 : Probleme mit den Modulen zu hohe Anzahl von verpflichtenden Modulen zu frühe und zu häufige (permanente) Bewertung, dadurch permanente Belastung zu geringes Gewicht der fachbezogenen Ausbildung geringe Gestaltungsspielräume der Seminare hohe zeitliche Belastung in den Modulen und Veranstaltungen Akzeptanzprobleme von nichtbewerteten Modulen Zu hohe und zu unterschiedliche Anforderungen in den Modulen Inhaltliche Überfrachtung der Module Fehlende Vernetzung der Module (Dopplungen, fehlende Absprachen und Informationen über Modulinhalte)


Slide12 : Probleme mit der Modularisierung Ausweitung der Arbeitszeit der LiV und der Ausbilderinnen und Ausbilder, zudem Parallel-Ausbildung nach APVO und UVO. Tendenz zur Selbstausbeutung besonders der Ausbildungsbeauftragten erheblicher Mehrbedarf an Ausbildern, zu geringe Personalausstattung Hoher bürokratischer Aufwand, z. T. Verschärfung der gesetzlichen Regelungen Nicht nachvollziehbare Veränderung der Bewertung des Zweiten Staatsexamens (z.B. in allen Bewertungsteilen 13 Punkte = „gut bestanden“) Laufende Veränderung von Vorgaben durch HKM und AfL, z.B. bei den Modul-Erarbeitungen Bisher zu wenig Kooperation mit der 1. Phase


Slide13 : Wünsche für eine Weiterentwicklung Verringerung der Modulanzahl, Verstärkung der Fachdidaktik Stärkere Betonung der Praxisanteile Reduzierung der zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen an die LiV Erhöhung der Gestaltungsspielräume der Seminare Verringerung des bürokratischen Aufwands Bessere Anrechnung der Arbeitszeit der Ausbilderinnen und Ausbilder an die tatsächlichen Erfordernisse Bessere Personalausstattung mehr Möglichkeiten der Prozessorientierung Beratung verstärken, Bewertungen später Verankerung einer neuen Lehr- und Lernkultur Mehr ganzheitliche Sicht auf die Lehrerbildung, weniger Fragmentierung Verstärkung der phasenübergreifenden Kooperation Stärkung der Rolle der Mentorinnen und Mentoren durch eine Verbesserung von deren Arbeitsbedingungen (z. B. durch Anrechnungsstunden, Doppelsteckungen, …)