Friedensproblem : Friedensproblem Wie kann der Frieden zwischen den Staaten gesichert werden?
Das Friedensproblem Übersicht: Das Friedensproblem Übersicht Literatur
Frieden – noch ein Problem der IB?
Was ist „Frieden“?
Friedenskonzepte 1918/19
Allgemeine Konzepte (Thesen, Begründungen und Probleme)
„Neue Kriege“ und ihre Probleme
Literatur: Literatur Herfried Münkler, Die neuen Kriege, Reinbek 2002.
Bruce Russett/John R. Oneal, Triangulating Peace. Democracy, Interdependence, and International Organization, New York 2001.
Kenneth N. Waltz, Man, the State, and War, New York 1959.
Bernhard Zangl/Michael Zürn, Frieden und Krieg, Frankfurt/M. 2003.
Frieden – noch ein Problem der IB?: Frieden – noch ein Problem der IB?
Definitionstypen 1: Definitionstypen 1 Negativ (und anspruchslos):
Abwesenheit von Krieg
Abwesenheit von Gewaltandrohung
Definitionstypen 2: Definitionstypen 2 Negativ (und anspruchsvoll): Abwesenheit von Krieg und „struktureller Gewalt“ (Johan Galtung)
Positiv (und anspruchsvoll): harmonisches Zusammenwirken (wie Organe in einem gesunden Körper)
Probleme anspruchsvoller Definitionen: Probleme anspruchsvoller Definitionen
intersubjektiv akzeptierte Definition von „struktureller Gewalt“ (welche Lebens-chancen stehen wem zu? Was ist eine gerechte Ordnung? Was ist legitimer Zwang, legitime Begünstigung?)
Negativer Frieden schon schwer genug zu sichern (siehe Weltkriege 1, 2 und „3“)
Besser „das Beste nicht zum Feind des Guten machen“
Widersprüchliche Vorschläge:z.B. Konzepte 1918/19: Widersprüchliche Vorschläge: z.B. Konzepte 1918/19 Eindämmung Deutschlands mit Bündnissen
Allgemeine Abrüstung (statt Wettrüsten)
Kollektive Sicherheit (statt Bündnisse)
Verbreitung der Demokratie
Nationale Selbstbestimmung
Freihandel statt Handelsblöcke
Sozialismus
Allgemeine Antworten 1: Allgemeine Antworten 1 Alle Menschen müssen sich ändern
Alle Männer müssen sich ändern
Alle kapitalistischen Systeme müssen sich ändern
Alle autoritären Systeme müssen sich ändern
Alle Nationen müssen ihren eigenen Staat bekommen
Allgemeine Antworten 2: Allgemeine Antworten 2 Alle Machtungleichgewichte müssen beseitigt werden
Alle Waffen müssen beseitigt werden
Internationale Organisationen müssen gestärkt werden
Internationaler Handel muss gestärkt werden
Alle Menschen müssen sich ändern: Alle Menschen müssen sich ändern (und jeder muss bei sich anfangen)
Religionen
Pazifismus
Psychoanalyse
Religionen: Religionen Erb-Sünde (Augustinus),
das Böse (Egoismus, Agressivität) in uns überwinden,
Attentismus (wirklicher Frieden wird erst durch göttliche Erlösung bewirkt)
Bewusstsein auf neue Stufe bringen; Askese (Buddhismus, TM)
Pazifismus: Pazifismus Feindbildkonstruktion durchschauen
Kriegsdienst verweigern
Friedenserziehung
Soziale Verteidigung als Alternative
Psychoanalyse: Psychoanalyse Triebe besser bewusst machen und steuern
Todestrieb (Freud)
Aggressionstrieb
Machttrieb (Horst Eberhart Richter)
Probleme 1: Probleme 1 Leben in friedlichen Staaten wirklich die besseren Menschen (Schweden – Israel)?
Erklärt das die unterschiedliche Häufigkeit (Varianz) von Kriegen über Epochen und Regionen?
Sind Soldaten, Rüstungsarbeiter u.a. wirklich aggressive Egoisten oder nicht sogar besonders opferbereit für „das Große Ganze“?
Probleme 2: Probleme 2 Faktoren entziehen sich ganz oder teilweise politischer Kontrolle:
Göttlicher Eingriff
Sündhaftigkeit
Triebstruktur
Feministische Thesen: Feministische Thesen Kriege werden (ganz überwiegend)
von Männern geführt und
von Männern beschlossen
Männliche Werte, Normen und Verhaltensdispositionen begünstigen Kampf zu Lasten von friedlichem Interessenausgleich
Männliche Werte – weibliche Werte: Männliche Werte – weibliche Werte Mut, Tapferkeit, Ehre (Gesicht), Entschlossenheit, Unnachgiebigkeit, Standfestigkeit, Verschlossenheit, Selbständigkeit, Kameradschaft, Treue, Härte, Gewaltbereitschaft
Statt: Kommunikation, friedlichem Ausgleich, Individualismus, Empathie, leben und leben lassen
Fragen (1): Schuld der Männer? : Fragen (1): Schuld der Männer? Sind Frauen als Entscheidungsträgerinnen aber wirklich friedlicher? Elisabeth I., Katharina die Große, Golda Meir, Margaret Thatcher, Indira Gandhi, Benazir Bhutto, Condoleezza Rice ???
Erziehen nicht Mütter die Söhne zu Kriegern?
Verachten nicht Frauen den „feigen Mann“, der sich dem Dienst für das Vaterland entzieht?
Antwort: Prägung durch patriarchalische Kultur: Antwort: Prägung durch patriarchalische Kultur
Denkweisen, Verhaltensmuster und Institutionen entscheidend (nicht die einzelne Person)
Gleichberechtigung innerhalb einer Gesellschaft geht mit geringerer Kriegsbeteiligung einher (z.B. Skandinavien, Neuseeland)
Fragen (2):Ursache – Wirkung : Fragen (2): Ursache – Wirkung Ist eine höhere Gleichberechtigung die Ursache für geringere Kriegsbeteili-gung – oder ist es eher umgekehrt?
Sind Gesellschaften mit mehr Gleich-berechtigung nicht immer auch demokratischer und nur deshalb auch friedlicher nach außen?
Fragen (3):praktische Umsetzung: Fragen (3): praktische Umsetzung Kann man in fremden Gesellschaften wirksam Gleichberechtigung fördern?
Ginge das bei Bedarf schnell genug?
Darf man in fremden Gesellschaften wirksam Gleichberechtigung fördern?
Antwort 3: Marxismus: Antwort 3: Marxismus „Alle kapitalistischen Systeme müssen sich ändern“
Marxistische Thesen:: Marxistische Thesen: Klassengesellschaft bewirkt Ausbeutung, Expansion und Krieg
Staat vertritt bürgerliche Klas-seninteressen (Profitstreben)
Machtlose Masse der Bevöl-kerung (Proletariat) trägt die Kosten von Kriegen
Ausbreitung des Sozialismus fördert Frieden
Internationale Solidarität der Arbeiterklasse verhindert Krieg
Begründungen (1):Imperialismus-Theorie: Begründungen (1): Imperialismus-Theorie Verarmung der Massen
ïƒ Rückgang der Kaufkraft
ïƒ keine Waren-Nachfrage
ïƒ Sinkende Profitrate
ïƒ Ã¼berseeische Wirtschafts-Expansion
Militärische Sicherung von Absatzmärkten und Rohstoffen
Krieg
Begründungen (2):Ablenkungstheorie: Begründungen (2): Ablenkungstheorie Überdeckung von Klassenkonflikten durch auswärtige Verwicklungen und Erweckung von Patriotismus
„Renten“ für die „Arbeiteraristokratie“ (Ausbeutungsgewinne aus den Kolonien werden verwendet, um Arbeiterführer „ruhig zu stellen“)
Begründungen (3): MIK und Krisenstabilisierung: Begründungen (3): MIK und Krisenstabilisierung Militärisch-Industrieller Komplex (MIK)
Militärs und private Rüstungsindustrie setzen gemeinsam Aufrüstung und Krieg durch
Politiker benutzen Kriege in einer Konjunkturkrise, um Nachfrage anzukurbeln
Probleme marxistischer Erklärungen (1):: Probleme marxistischer Erklärungen (1): Zuletzt kaum noch Kriege zwischen entwickelten kapitalistischen Staaten und kaum noch territoriale Expansion
Kein notwendiger Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Imperialismus (Schweiz?)
Internationaler Handel ist kein Nullsummenspiel (alle können gewinnen)
Probleme marxistischer Erklärungen (2):: Probleme marxistischer Erklärungen (2): Kriege zwischen sozialistischen Staaten (SU – Ungarn 1956, China – Vietnam 1979)
Aggressionen von sozialistischen Staaten (SU, China)
Probleme marxistischer Erklärungen (3):: Probleme marxistischer Erklärungen (3): Sozialismus (verstanden als staatliche Planwirt-schaft) hat kaum noch Anhänger (Stagnation und Repression) ïƒ Implementierung der Politikempfehlung wäre mit hohen innenpoliti-schen Kosten verbunden
Liberale Gegenfragen (1):: Liberale Gegenfragen (1): Lohnt sich Krieg wirklich häufig für Unternehmer und Aktionäre?
Brauchen wir nicht sogar mehr Kapitalismus (Globalisierung der Märkte),
weil Handel den Frieden fördert (I. Kant, Richard Cobden: 1804-1865) und
weil betriebswirtschaftliches Denken feudalistisches Kriegerethos zurückdrängen muss (Joseph Schumpeter: 1883-1950)?
Liberale Gegenfragen (2):: Liberale Gegenfragen (2): Ist die kapitalistische Marktwirtschaft nicht notwendig für politische Demokratie und damit für das Herrschaftssystem, das Staaten (auch) nach außen friedlicher macht?
Antwort 4: Liberalismus: Antwort 4: Liberalismus „Alle autoritären Systeme müssen sich ändern“
Liberale Thesen:: Liberale Thesen:
Demokratien greifen andere Staaten seltener an
Demokratien führen keine Kriege gegeneinander und drohen sich nur selten den Einsatz militärischer Mittel an (Kant, Woodrow Wilson)
Demokratien lösen Streit-fälle friedlich mit Hilfe inter-nationaler Organisationen
Theoretische Begründungen (1):: Theoretische Begründungen (1): Mitsprache der Kostenträger: In Demokratien entscheiden alle über Krieg und Frieden. Daher können die Kriegskosten (materielle und andere) nicht mehr einfach auf machtlose Untertanen abgewälzt werden (Kant)
Institutionelle Beschränkungen: schwerfällige Entscheidungs-prozesse verhindern rasches Losschlagen (mehr Zeit für Verhandlungen)
Theoretische Begründungen (2):: Theoretische Begründungen (2): Credible signals: höhere Kosten von militärischen Niederlagen und politischen Rückziehern sowie transparente Entscheidungsprozesse verringern die Gefahr von Fehlkalkulationen (z.B. vermeintlicher Bluff)
Pazifistische politische Kulturen: Regeln und Normen für die interne Konfliktregelung werden auch nach außen praktiziert (bes. gegenüber Demokratien)
Befund (1): Befund (1)
Kriege zwischen Demokratien sind tatsächlich sehr selten (z.B. Indien – Pakistan 1999)
Genaue Anzahl hängt ab von Definition und Operationalisierung der Begriffe „Krieg“ und „Demokratie“
Befund (2): Befund (2) Sowohl „Kriege“ als auch „militarisierte Konflikte“ sind zwischen „Demokratien“ erheblich seltener, als das rein statistisch zu erwarten wäre – egal welche der üblichen Definitionen gewählt wurde!
Demokratien initiieren zwar Kriege gegen Diktaturen, verhalten sich ge-genüber Diktaturen aber auch nicht unfriedlicher als andere Diktaturen
ïƒ Demokratien verhalten sich nach außen insgesamt friedlicher als Diktaturen
Fragen: Fragen Liegt das wirklich am demokratischen Charakter der jeweiligen Staaten oder
sind das einfach nur zufällige Häufungen oder
sind die friedlichen Beziehungen zwischen Demokratien auf ihre Allianzbeziehungen im Zweiten Weltkrieg und Kalten Krieg zurückzuführen?
Praktische Implikationen: Demokratisierungspolitik als Lösung?: Praktische Implikationen: Demokratisierungspolitik als Lösung? Völkerrechtliche Probleme (Souveränität steht auch Diktaturen zu)
Praktische Probleme (geringer Einfluss auf interne Entwicklungen: z.B. China, Kosovo, Irak)
Übergangsprobleme: sind demokratisierende Staaten friedlich oder besonders aggressiv? (z.B. Ex-Jugoslawien)
Antwort 5: Nationalismus: Antwort 5: Nationalismus „Alle Nationen müssen ihren eigenen Staat bekommen“
Thesen:: Thesen: Fremdbestimmung fördert interne Konflikte und Grenzstreitigkeiten
Wenn staatliche und ethnische Grenzen identisch sind, ist die Verteidigung gegenüber dem Angriff begünstigt, denn für die staatliche Einheit der Nation wird viel entschlossener gekämpft als für die Eroberung fremder Völker
Befund:: Befund: Homogene Nationalstaaten (wie Frankreich oder Italien) waren zuletzt seltener in Grenzkriege verwickelt
Nationalismus hat aber viele Kriege ausgelöst
Probleme:: Probleme: Siedlungsräume lassen sich oft nicht klar abgrenzen
Kein wissenschaftlicher und (erst recht) kein politischer Konsens darüber, wer als Nationen gelten soll (Basken, Quebecois, Kurden?)
Viel mehr Ethnien als Staaten (über 1000 gegenüber unter 200)
Nationalismus artet oft in nationalen Chauvinismus aus
Antwort 6: Realismus : Antwort 6: Realismus „Alle Machtungleichgewichte müssen beseitigt werden“
Realistische Thesen: Realistische Thesen Kriege werden nur begonnen, wenn eine gute Aussicht auf raschen Sieg besteht
Bei militärischem Gleichgewicht kann sich keine Seite einen schnellen Erfolg ausrechnen
Folgerung: Mächtegleichgewicht muss aufrecht erhalten werden – Si vis pacem, para bellum (wenn Du den Frieden willst, dann bereite den Krieg vor)
Befund:: Befund: Gleichgewicht erhöht die Kriegswahrscheinlichkeit! Ähnlich mächtige Staaten führen häufiger Krieg gegeneinander als verschieden starke
viele (große) Kriege wurden u.a. für die Erhaltung des Gleichgewichts geführt
Erklärung:: Erklärung: Schwache Staaten geben (meist) nach
Kein Konflikt über Rangordnung und Prestigefragen
Keine Unklarheit über Kriegsausgang
Praktische Konsequenzen: Praktische Konsequenzen
Ungleichgewichte verstärken? (kaum praktikabel: wer will schon immer nachgeben müssen?)
Mehr Transparenz über Kräftever-hältnisse und politische Entschlos-senheit durch Demokratie und Rüstungskontrolle
Antwort 7: Abrüstung: Antwort 7: Abrüstung „Alle Waffen müssen beseitigt werden“
Thesen: Thesen Ohne Waffen, kein Krieg
Rüstungswettläufe erhöhen Spannungen und den Anreiz für Präventivkriege
Rüstungsanstrengungen schaffen in Militärs und Rüstungsindustrie zwei Gruppen, die ein Interesse am Krieg haben
Befund: Befund Rüstungswettläufe enden nicht immer, aber oft in Kriegen
Unklar dabei: sind Rüstungswettläufe die Ursache von Kriegen oder nur Anzeichen für erhöhte Spannungen, die ihrerseits zu Kriegen führen („Krankheit oder Fieber“)?
Waffen können auch erst im Verlauf eines Konflikts beschafft werden (z.B. Ex-Jugoslawien)
Militärs und Industrie sind oft auch gegen Krieg
Praktische Implikationen: Praktische Implikationen Einseitige Abrüstung? (kann verwundbar machen)
Allseitige Abrüstung? (utopisch, z.B. wegen Asymmetrien)
Vereinbarte Rüstungsbegrenzung? (erhöht nicht immer Stabilität)
Antwort 8: Institutionalismus: Antwort 8: Institutionalismus „Internationale Organisationen müssen gestärkt werden“
Institutionalistische Thesen: Institutionalistische Thesen Kollektive Sicherheit kann den Frieden garantieren
Internationale Organisationen (IO) verringern durch mehr Transparenz das Sicherheitsdilemma und damit ungewollte Rüstungswettläufe und Kriege
Verrechtlichung der internationalen Beziehungen reduziert militärische Konflikte
Kollektive Sicherheit:Prinzipien: Kollektive Sicherheit: Prinzipien Staaten garantieren sich gegenseitig ihre territoriale Integrität
Bei einem Angriff auf ein Mitglied leisten ihm alle übrigen Beistand – egal wer der Aggressor ist!
Zusätzliche Militärbündnisse sind zu vermeiden
Kollektive Sicherheit:Funktionsbedingungen: Kollektive Sicherheit: Funktionsbedingungen Rascher Konsens über Identität des Aggressors
Weit verbreitetes Interesse an der Sicherung aller bestehender Grenzen muss andere Interessen überwiegen
Klare militärische Überlegenheit der Status quo-Mächte
Nationales Interesse an entschlossener Beteiligung an kostspieligen Sanktionen
allgemeines Vertrauen, dass die Bedingungen auch künftig erfüllt sein werden
Sicherheitsdilemma und IO (I): Sicherheitsdilemma und IO (I) Staaten sind sich wechselseitig im Unklaren über (aktuelle und/oder künftige) Absichten der anderen, wissen also nicht, ob sie ihre Kriegsvorbereitungen (Aufrüstung, Bündnispolitik, Streitkräftebewegungen usw.) treffen,
(Fall A) nur um Sicherheit zu erhöhen (status quo-Macht) oder
(Fall B) um Grenzen oder Regeln einseitig zu ihren Gunsten zu verändern (revisionistische Macht)
Sicherheitsdilemma und IO (II): Sicherheitsdilemma und IO (II) Dilemma: wie soll man auf Aufrüstung (Bündnispolitik) des anderen reagieren?
Mit Aufrüstung? (richtig bei Fall B, verschärft aber Spannungen im Fall A)
Mit Passivität oder Appeasement? (richtig im Fall A, gefährlich im Fall B)
Sicherheitsdilemma und IO (III): Sicherheitsdilemma und IO (III)
IO können Sicherheitsdilemma möglicherweise verringern, indem sie
Staaten Möglichkeit geben, andere nach ihren Absichten und Motiven zu fragen
Einvernehmliche Grenzen dafür festlegen, was noch als kooperatives Verhalten gelten kann (z.B. bei Rüstung, Streitkräftebewegungen)
die Überwachung dieser Begrenzung erleichtern
neutrale Untersuchungen erleichtern
Verrechtlichung durch IO: Verrechtlichung durch IO Verrechtlichung spezifiziert internationale Normen
Verrechtlichung erhöht Verbindlichkeit (u.a. durch Einbindung in nationale Rechtssysteme)
Verrechtlichung legt Interpretation und Schiedssprüche in die Hände neutraler Experten (statt interessierter Politiker)
Befund: Befund Organisationen Kollektiver Sicherheit (Völkerbund, UNO) hatten kaum Erfolg
Institutionen sind machtlos bei antagonistischen Präferenzen (Nullsummenspiel)
Institutionen verringern aber die Häufigkeit von militärischen Konflikten (vor allem zwischen Demokratien)
Praktische Implikationen: Praktische Implikationen Institutionalisierung ist sinnvoll, wenn bereits ein Kooperationsinteresse besteht
Institutionen sollten nur Normen und Regeln enthalten, die die Staaten (zumeist) einhalten möchten
Institutionen sollten nur vorsichtig die Verbreitung von Normen fördern
Antwort 9:: Antwort 9: „Internationaler Handel muss gestärkt werden“
Thesen: Thesen Handel (und Kapitalverflechtung) schaffen gemeinsames Interesse an friedlichem Austausch
Protektionismus stimuliert Imperialismus und militärische Blockbildung
Handel intensiviert grenzüber-schreitende Kommunikation und Verständigung
Begründung: Begründung Grenzüberschreitende Geschäfte (Handel, Kredite, Investitionen) bringen beiden Seiten Vorteile
Im Kriegsfall würden diese Vorteile verloren gehen
Gruppen, die von den Geschäften profitieren, setzen sich für Frieden ein
Kaufleute und Bankiers verdrängen Adel und Militär
Geschäftskontakte erhöhen Transparenz, die Misstrauen und Missverständnisse verringert
Einwände: Handel und Konflikt: Einwände: Handel und Konflikt Ohne Interdependenz kein Konflikt?
Konflikt um Verteilung des Gewinns
Konflikte um Märkte
Stärkung von protektionistischen Interessengruppen
Förderung von sozialen Konflikten, Umweltzerstörung und Migration?
Befund:: Befund: Freihandel zumeist friedensfördernd (v.a. wenn er konsequent multilateral betrieben wird):
Interdependente Staaten haben weniger militärisch Konflikte miteinander
Offene Volkswirtschaften sind seltener in militärische Konflikte verwickelt
Handel besonders intensiv mit Bündnispartnern (Ursache – Wirkung?)
Handel fördert Wohlstand (und damit indirekt Demokratie und Frieden)
Friedensproblem: Zwischenfazit: Friedensproblem: Zwischenfazit Kriege sind unwahrscheinlicher bei
Machtungleichgewichten
Beziehungen zwischen Demokratien
Gemeinsamer Mitgliedschaft in IOs
Überdurchschnittlicher wirtschaftlicher Verflechtung
Diese Effekte verstärken sich gegenseitig
Kant hatte recht!
Erfolg der IB?: zum Rückgang zwischenstaatlicher Kriege: Erfolg der IB?: zum Rückgang zwischenstaatlicher Kriege Kriegsbeteiligung der Großmächte im 19. und 20. Jahrhundert zurückgegangen
Seit 1945:
Nur noch 15% klassische zwischenstaatliche Kriege
Über 80% Bürgerkriege
1989-1997:
103 bewaffnete Konflikte
Nur 6 davon zwischen souveränen Staaten
Exkurs: „Neue Kriege“ und internationale Politik: Exkurs: „Neue Kriege“ und internationale Politik Kennzeichen des „neuen Krieges“
Nationale und internationale Ursachen
Nationale und internationale Folgen
Therapieoptionen
Literatur: Herfried Münkler, Die neuen Kriege, Reinbek 2002.
Kennzeichen des „neuen Krieges“: Kennzeichen des „neuen Krieges“ Mehr private Gewaltakteure (z.B. War Lords, paramilitärische Milizen)
„Krieg ernährt (wieder) den Krieg“ (Krieg als ökonomischer Selbstzweck)
Geringe Kosten für Gewaltakteure
Hohe Kosten für Nicht-Kombattanten
Lange Dauer
Ursachen: Ursachen Staatszerfall
Internationaler Waffenhandel
Internationale Finanzierung durch
Organisierte Kriminalität
Drogenexport
Rohstoffexport (z.B. Diamanten, Holz, Elfenbein)
Hilfsorganisationen (ungewollt)
Folgen: Folgen Zerstörung von Gesellschaften durch Brutalisierung, Ausblutung und Demoralisierung, Seuchen, Hunger usw.
Übergreifen auf Nachbar-länder (Flüchtlingsströme, Interventionen)
Förderung internationaler Kriminalität (incl. Terrorismus)
Therapieoptionen: Therapieoptionen Militärische Intervention?
Humanitäre Hilfe?
Austrocknen durch Isolation?
Stärkung der Regierungsmacht?